Wie geht es weiter mit „sbertisontour“ und was geschieht mit UDO?

Sonntag, 04.06.2017

Nach der Verladung auf den „Car Carrier“ TONSBERG schipperte UDO um Kuba herum und entlang der amerikanischen Ostküste.

Mit einem „Vesselfinder“ können wir die Route verfolgen, die dann etwa am 14.06.2017 für UDO in Bremerhaven enden soll.

Lieber UDO: Damit du ohne uns nicht so einsam bist: hier ein Lied für dich!

Etwa 2 Tage später können wir ihn abholen und nach einem Kurzbesuch in Hamburg stellen wir uns dann in Biederitz auf „unseren“ Platz an der Ehle und feiern das Wiedersehen mit den Campingfreunden. Nach diesem Beitrag macht der Blog erst einmal „Sommerpause“. Wir erwarten Yanet und Enrique aus Mexiko City zu Besuch im Juli und das versetzt uns schon jetzt in Freude und Aufregung. Gern möchten wir diesen beiden lieben Freunden unsere Heimat zeigen und versuchen die dort empfangene Gastfreundschaft gleichermaßen zu erwidern. Das könnte dann einige Blogeinträge bringen.

Am Ende des Sommers können wir dann auch mehr zu neuen Plänen sagen, denn nun sind wir ja erst einmal unter den „Fittichen“ der Arbeitsagentur bis es neue Jobs für uns gibt.

Obwohl es schon viel Arbeit war, all die tausenden Fotos zu sichten, auszuwählen und zu bearbeiten und dann einen Text zu schreiben, so war doch auch viel Freude dabei, vor allem, wenn es Kommentare gab, die wir immer ganz eilig und aufgeregt gelesen haben. So war es ja auch gedacht: Unsere Freunde und Verwandten zu Hause sind aktuell über unser Tun auf dem Laufenden und wir erfahren andererseits, was in der Familie und der Heimat geschieht. Dass dies nicht von allen so angenommen wurde, hat uns teilweise schon enttäuscht. Ausgleichend haben wir damit unsere Kontakte zu manchen Freunden und Verwandten vertieft.

 All denen, die uns begleitet und „angefeuert“ haben, danken wir auf diesem Weg ganz herzlich!

Da kannst du rumkurven, wo du  willst - die gewonnenen und vertieften Freundschaften waren „das Salz in der Suppe“ dieser Reise!

Rückflug von Panama City und ein Rückblick

Sonntag, 21.05.2017

Nicht nur die Wurst hat 2 Enden…

Nun, nach 10921 gefahrenen Kilometern in Mittelamerika, ist unser “2. Ende“ gekommen, nachdem wir ja Mitte November ein “1. Ende“ mit dem Erreichen des Endpunktes der Route 66 in Santa Monica gefeiert hatten.

Ja es fällt schwer, von dieser auch so angenehmen Lebensart Abschied zu nehmen, auch wenn es nur zeitweise ist.cry Andererseits machen uns Mitteleuropäern die klimatischen Verhältnisse doch auch ganz schön zu schaffen. Ein wenig geht es auch aufs Gemüt, denn in mancher schwierigen Verkehrssituation gingen da schon mal eher die Nerven durch! Hoppla…. Ist das gerade eine Entschuldigung für all die „A….“ auf den Straßen Zentralamerikas? Sicher prägen Hitze und Schwüle ein „südländisches Temperament“ mit.

Für das Fehlen zahlreicher Gullideckel auf Hauptstraßen gibt es trotzdem keine Entschuldigung.

Mit einem Taxi fahren wir für 30$ zum Flugplatz und schon am Morgen gibt es Umleitungen, die aber diesmal einen erfreulichen Grund haben: wie in Mexiko City sperrt man hier Straßen für einen sonntäglichen Fahrradkorso in der Stadt! Super- hätten wir gern noch mitgemacht, doch wir haben ja auch schon unsere Räder am Morgen noch schnell an die Servicekraft des Hostals für 10$ je Rad „abgegeben“. Wegen der Umleitung fahren wir nun nochmals an der Inspektion und der Nationalpolizei vorbei - ein erleichtertes Lachen kann man sich da nicht verkneifen!

Der Flugplatz liegt ca. 30km außerhalb und so wird es im 1. Abschnitt noch eine kleine Stadtrundfahrt, bei der wir auch erfahren, dass es ein Terrassen Café on top of the Hard Rock Hotel gibt mit wunderschöner Aussicht. Schade! Hätte man bei der Stadtrundfahrt mit dem Bus auch sagen können.

Die Abfertigung ist schnell und sehr freundlich - wie sollte es auch anders sein!

Wir wollten gern in Flugrichtung links sitzen, haben dies aber aus den Augen verloren, als wir das Angebot bekamen, in eine vordere Sitzreihe aufzurücken, um wegen kurzer Umstiegszeit schnell aus dem Flieger zu kommen. Um es vorwegzunehmen: Alles lief super auch dank der neuen Art der Einreisekontrolle in Miami, wo nun Automaten den Job machen und damit auch die Sprache kein Problem mehr ist, falls man da Probleme hat.

Also kein Blick zur Landseite Zentralamerikas,

Abflug von Panama

Anflug auf Miami

um vielleicht doch noch unsere Fußbank in Nicaragua zu entdecken, aber trotzdem gut für besinnliche Rückblicke über den Wolken über dem Golf von Mexiko.

Wir haben unsere Meinungen jeweils nach dem Verlassen eines Landes zusammengetragen und hier sind sie:

Was allen Ländern gemein ist - die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit - besonders auch uns Deutschen gegenüber. Die Kontaktbereitschaft war vielleicht in Guatemala etwas geringer, aber das mögen auch regionale Besonderheiten sein, wie wir diese Unterschiede ja auch bei uns in den einzelnen Regionen Deutschlands haben.

Zusammengefasst haben alle Länder im Umweltbewusstsein ihre Probleme.

Costa Rica und Panama sind allerdings Vorreiter im positiven Sinn, denn hier spürt man schon, dies zu ändern. Jedoch sind Müllberge zwischen den Häusern in Panama City vielleicht auch ein Problem dieser Stadt, die Anlaufpunkt vieler Kulturen und gestrandeter Existenzen ist. Unverständlich ist für uns, wie man sein „eigenes Nest“ so beschmutzen kann und das auch noch gut redet, indem man argumentiert, dass die Beseitigung Jobs schaffe. Leider ist dies unser einziger, aber dabei größter Negativpunkt für Mexico, wo die Kakteen massenhaft in zugeflogene Plastetüten gehüllt sind.

Mexico hat auf der positiven Habenseite diese wunderbare Natur- und Landschaftsvielfalt und die sehenswerten Kolonialstädte mit ihren schönen Plazas zu bieten. Die Vielfalt der Waren und Speisen und auch der Qualität und Preise sind einzigartig gut. Nie wurden wir belästigt oder arg bedrängt. Nach einem „nein“ gegenüber fliegenden Händlern gab es ein freundliches „de nada“ und weg waren sie.

Viele dieser Dinge haben wir in Guatemala vermisst, sodass wir lange brauchten um mit dem Land „warm“ zu werden. Besonders fiel uns die Penetranz eben dieser Händler im Gegensatz zu Mexico auf, zudem auch alles teurer war. Guatemala profitiert von der Schönheit der Landschaft und der allgegenwärtigen erlebenswerten Mayakultur. Vielleicht war auch einfach unsere Erwartungshaltung für Guatemala zu hoch. Der hohe Anteil der Menschen mit Wurzeln in der Mayakultur erklärt vielleicht auch, dass sie im normalen Umgang ( also nicht in der Rolle als Händler) nicht so einfach auf „Weiße“ zugehen, sondern eher lieber unter sich bleiben - man hat so seine Erfahrungen!

Ebendiese Erwartungshaltung ließ uns Honduras sehr positiv erleben. Beinahe hätten wir El Salvador, wegen der „berüchtigten Kriminalität“  in Honduras, den Vorzug gegeben, wenn wir nicht unterwegs deutsche Fürsprecher gehabt hätten. Wie viel hätten wir verpasst!  Wir haben wieder dieses „Aufeinander Zugehen“ erfahren, wie wir es von Mexiko kannten. Freundliche Fragen woher? – wohin? und selbst Kinder kommen schon mal, um ein Haus auf Rädern auch von Innen zu sehen. Klar haben wir für sie „eine Führung“ gemacht, ebenso wie für mehrere Polizisten der Polizeistation in Comayagua.  Das Angebot an Obst und Gemüse, sowie an „Streetfood“ ist nicht mehr mit Mexiko vergleichbar, aber die Preise sind angenehm.

Nicaragua profitiert sehr von seinen landschaftlichen Schönheiten, die nun zunehmend Touristen zu den Vulkanen und Stränden locken, aber damit ist auch der Dollar eine heilige Größe geworden. Das Bewusstsein für Umwelt und Natur lässt sehr zu wünschen übrig, wie wir selbst an der Rot-Kreuz Station in Granada erleben konnten, als man 8m entfernt von unseren Wohnmobilen am Samstagmorgen begann, den zusammengekehrten Haufen Unrat mitsamt aller Plasteflaschen zu verbrennen. Wie war das nochmal?: Auch Nicaragua ist, wie nun auch die USA, außen vor im Pariser Umweltabkommen.

Waren, Preis und Speiseangebot bewerten wir ähnlich wie in Honduras.

Dann kam der Quantensprung nach Costa Rica. Sicher hatte auch die beginnende Regenzeit ihren Anteil daran, dass wir ab jetzt nur noch grün statt braun um uns hatten. Aber auch die Plasteflaschen am Wegesrand hatten sich auf ein, wie auch in Deutschland übliches Maß, reduziert. Lag dann Unrat herum wurde es auch schnell den nicaraguanischen Gastarbeitern zugesprochen, wie auch viele Fälle von Kriminalität. Daran wird sicher auch einiges wahr sein.

Obwohl wir uns vorzugsweise im Gebirge aufhielten war ein Abstecher zum Meer nie eine größere Aktion und das ist zugleich auch der Vorteil des Landes. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen nahmen hier ein weiteres Mal wieder einen Aufschwung, der bis Panama-City kaum abnahm.

Man findet alle erdenklichen Waren, die dann aber ihren Preis haben, ebenso wie alle Parks und Aktivitäten. Unter 10$ geht praktisch kein Eintritt.  Wer hier Erlebnis sucht wird garantiert fündig!

Das Tierleben meidet naturgemäß Menschen und so ist es nicht verwunderlich, dass man davon in den Parks wenig findet. Die einsame Ranch der Schweizer, unsere 1. Station in Costa Rica, die wir aufgrund der positiven Schilderungen im Overländer gewählt hatten, war da (ohne Eintritt!) noch das größte Erlebnis in Sachen Tiersichtung.

Auf Panama trifft viel des geschriebenen betr. Costa Rica zu, wobei das Land in der touristischen Erschließung am Anfang steht oder einfach nur unprofessioneller vorgeht, was andererseits auch Chancen bietet. Jedenfalls ist Panama natürlich schon allein durch die 1:1 Kopplung an den Dollar sehr westlich. Die Sympathie mit den USA ist unübersehbar und hat ihre historischen Gründe. Mal von einigen Eintrittsgeldern abgesehen, ist das Preisniveau hier wieder günstiger.

Was hat uns am meisten geärgert?

Viele der sonst so freundlichen und offenherzigen Menschen aller dieser Länder werden hinter einem Lenkrad zu „ums Überleben kämpfenden Individuen“. Es wird wie im Ringkampf um jeden Zentimeter im  Vorwärtskommen gekämpft, um dann am Ende ggf. sich um eine Position zu verbessern und 10 sec. eher am Ziel zu sein. Ok - Zeit ist Geld, insbesondere bei Taxifahrern und Busfahrern, und deshalb sind diese Berufsgruppen für uns auch das rote Tuch, obwohl es in Richtung Panama besser wurde. Die Krönung waren die Busfahrer in Guatemala. Soviel Rücksichtslosigkeit gepaart mit Egoismus und Waghalsigkeit ist schon kriminell. Hier nochmal zur Erinnerung die Bereifung, die diese Ignoranten dann zu guter Letzt auch noch benutzen und ihre Fahrgäste in lebensbedrohliche Situationen bringen.

Dieser Reifen ist reif für die FORMEL1

 

Und nun wie früher im Deutschunterricht: Am Schluss steht positives!

Unsere Freude, diese Reise trotz vieler Vorbehalte (die vor allem in den USA ausgesprochen wurden) gemacht zu haben, denn so haben wir uns ein eigenes Bild von diesen freundlichen, hilfsbereiten und lieben Menschen, die wir getroffen haben, selbst machen können. Wir hatten uns gut vorbereitet und waren wachsam, sodass uns Kriminalität nie erreicht hat. Allerdings hatten wir auch nie das Gefühl, dass wir akut gefährdet wären, wozu schon mal beiträgt dass eben auch kaum Alkohol in der Öffentlichkeit getrunken wird. Die Anzahl angetrunkener Personen, die wir in dieser ganzen Zeit sahen, bleibt einstellig. Das ist auch schon mal eine positive Lebenseinstellung!             Unvorstellbar in Deutschland!

Übrigens hatten wir den einzigen versuchten Einbruch in UDO in den USA, und verrückterweise auch noch im Garten unserer Kinder in Cleveland.

Ein Phänomen werden wir wohl auch nicht aufklären. Wir haben sie nie gesehen, aber es müssen Heerschaaren von Schutzengeln ständig in diesen Ländern oder auch um uns herum unterwegs gewesen sein, denn bei all der chaotischen, regelmissachtenden Fahrweise die wir live erleben durften, haben wir unglaublich wenige Unfälle gesehen. Da scheint die Engeldichte in Deutschland weitaus geringer zu sein!

Ein hoch auf die Engel!!! innocent    Die hatten für uns immerhin insgesamt 22854km zu fliegen!

Panamakanal Schleuse Miraflores

Samstag, 20.05.2017

Samstag ist Miraflores Tag. Wir folgen den Empfehlungen im Internet und sind schon 8:15 Uhr am Tor zur Anlage, wo uns der Security Man stoppt. Frühestens 8:55 Uhr sei Einlass - das sei die Regel!frown

Wir diskutieren und jammern, denn unser ganzer Vorsprung ist dahin und dann geschieht das Unglaubliche: Er stoppt einen Linienbus und unter dessen „Obhut“ dürfen wir doch passieren, was auch gut ist, denn der Weg wäre weit und es gibt Krokodile.tongue-out

Im Bus befindet sich der „Schleusensprecher“, der sich uns und eines „Amis“ annimmt, was bedeutet, dass wir schon sofort, d.h. 30 min vor dem Besucheransturm, auf die Besucherplattform dürfen und der Eintritt ist ein Sonderpreis von 10$ ( sonst 15!) Panamas Ehre ist gerettet!smile

Die"Riesenkähne“  steigen vor unseren Augen ca. 13m auf und werden dann per Schlepplokomotiven zum nächsten Schleusenbecken geschleppt. Insgesamt gilt es ca. 26m zu überwinden, um vom Pazifik in den Gatun-See zu gelangen und von da wieder bergab in den Atlantik.

Es ist schon beeindruckend, wenn man sieht, wie wenig Platz die "Riesenkähne" rechts und links noch zu den Wänden des Schleusenbeckens haben.

Nach 2 Stunden hoppen wir noch einmal in den Bus, um am Mercado Mariscos die lang ersehnte Ceviche zu essen.

Die „Eintreiber“ stehen Schlange,

aber wir haben unsere eigene Taktik und winken ab. Wir möchten sehen und möglichst vorher kosten, was wir essen, denn gerade bei Ceviche mit Garnelen ist Vorsicht geboten. Mindestens gekocht müssen sie sein. Schließlich finden wir einen Stand, wo wir kosten dürfen und da lassen wir uns auch nieder. Wir genehmigen uns 2 Ceviche und 2 Cocktails mit Krabben, die wir noch mit unserem Rum (aus Guatemala!) verfeinern und einige Bier schaffen die richtige Stimmung für den Abschied.

Im Casco Viejo

feiert eine 20-jährige junge Dame ihren Geburtstag in Nationaltracht

und anschließend wohnen wir der Wahl einer kleinen und großen „Miss“ bei.

Welche Schönheit - welcher Stolz! Schönes Panama!!!

Sightseeing in Panama City

Freitag, 19.05.2017

Heute lassen wir es ruhig angehen. Wir wollen die Hop on/Hop off Stadttour mit dem Doppelstock Bus machen. Wir fahren per Taxi in die Altstadt (Casco Viejo) bis zum Nationaltheater,

wo wir sogar einen Blick in das Innere werfen dürfen, obwohl noch restauriert wird, da wir „doch nun extra von so weit her aus Deutschland“ gekommen sind.

Es ist jetzt schon wunderschön.

Die Altstadt wird ebenfalls restauriert, wobei oft wiedererstrahlte auf verblasste Schönheit trifft.

Auf der Suche nach der Haltestelle der Bustour treibt uns die Hitze an den Rand des Aufgebens. Schweißgebadet finden wir schließlich die Haltestelle und sind mit 35$ pro Person für 48 Stunden dabei.

Bushaltestelle Blick auf die Altstadt

Wir kurven zwischen Wolkenkratzern, können in ärmeren Vierteln regelrecht in die Wohnzimmer schauen

Haus der Panama Kanal Gesellschaft im hier typischen Baustil

und machen schließlich am Multicenter eine Rast, wo wir dem Hard Rock Hotel einen Besuch abstatten. Bei Kaffee und Kuchen lümmeln wir eine Stunde in den gemütlichen Sesseln ab. Da man auf so einer Tour nie alles sieht und versteht, entschließen wir uns für eine zweite Runde. Dass das keine gute Entscheidung war erkennen wir bald, denn schon ist Rush Hour und die Stadt steht. Wozu wir am Vormittag 20 Minuten brauchten sind es nun 60 und es regnet in Strömen. Zum Schluss verpassen wir noch eine günstige Ausstiegsstelle und fahren von da aus notgedrungen mit dem Taxi zum Hostal. Zu Fuß wären wir nicht viel später da gewesen. Als wir endlich aus dem Stau raus waren, fuhr der Taxifahrer eine Strecke, von der wir wussten, dass sie weit über das Ziel hinaus war. Wir machten ihn darauf aufmerksam, er wendete und wir sagten ihm, wie er fahren muss.

Am Abend gibt es wie schon jeden Morgen Spiegelei. Der Rum macht’s wett. Noch etwas gebloggt und „GUTE NACHT!“

Wie wird es wohl UDO allein im aufziehenden Gewitter gehen?

Abschied von UDO

Donnerstag, 18.05.2017

Wir legen die letzten Folien im Innenraum aus und treten die letzten ca. 75km nach Colón an. Wir sind doppelt aufmerksam, denn wenn wir in ein Gullyloch ohne Deckel (mehrere in Panama City passiert) fahren, haben wir ein neues Problem.

Die Suche nach einer Waschanlage gestaltet sich stressig, denn wir kreiseln ca. 35 Minuten in der als sehr gefährlich eingestuften Stadt Colón herum, bis wir eine solche Anlage finden. Da sind wir dann mit 15$ dabei. Udo wird mit Lappen und Schlauch per Hand gewaschen und ab und zu gibt sich der junge Typ damit selbst eine Dusche. Endlich ist er clean, doch die Zeit ist uns davon gelaufen, sodass wir uns sputen müssen, denn der Check-in könnte angeblich bis zu 4 Stunden dauern.surprised

Die Lunchpausen mehrerer Anlaufpunkte stellen uns noch einmal auf eine harte Geduldsprobe. Während einer solchen Warterei entdeckt Steffen, was mit all diesen Kopien passiert, wo wir uns immer gefragt haben, was man wohl mit all diesem Papier macht. Hier die Auflösung:

Um ca. 14.30 fährt Steffen schließlich ins Hafengelände ein.

Wir drehen schnell noch einmal die Propangasflasche auf, um den letzten Rest Gas entweichen zu lassen, der sich angesammelt hat, da kommt doch prompt der Zollinspektor um die Ecke, der dies natürlich sofort riecht.  Mit ernster wichtigtuerischer Mine stellt er „Gas“ fest.undecidedembarassed Da hilft nur ein netter Security Man, der Steffens Pein bemerkt, an der leeren Flasche wackelt und sie mit zwei Fingern anhebt. Die Überzeugungstat gelingt.smile

Der „Wichtigmann“ steigt in UDO ein, öffnet ein Fach nach dem anderen und gibt sein OK. Wenige Zeit später kommt er erneut mit dem Drogenhund. Dieser schnüffelt verdächtig lange am rechten Seitenfach, wo zeitweilig eine Trockenwurst lag - armer Hund: keine Drogen.tongue-out

Auf Wiedersehen, UDO, in Deutschland

Dann warten wir auf die Papiere, eine erneute Inspektion kommt, zwischendurch fällt der Drucker aus und Steffen fällt so langsam das Herz in die Hose. Nach 4 ½ Stunden hält er das letzte notwendige Papier in den Händen, die er schon kaum noch heben kann, denn in den letzten 9 Stunden seit dem Frühstück gab’s nur eine Banane.frown

Seit dem Morgen in der Waschanlage ist uns ein Taxifahrer auf den Fersen, der sein 70$ Geschäft wittert, wenn er uns nach Panama City zurückfährt. Doch wir enttäuschen ihn, denn wir wollen mit der Panama Canal Railway zurückfahren.

Es ist eine Strecke, die schon vor dem Kanalbau 1855 angelegt wurde und dabei durch die Feuchtgebiete entlang des Kanals führt. Hier sind wir zwar auch mit 25$ pro Person dabei, aber das Erlebnis dieser Fahrt hebt das auf. Bei Bier und kostenloser Snack-Box fällt der Stress so langsam von uns ab,

während an uns die unberührte Natur vorbeizieht und wir ab und zu ein “Vessel“ (Frachtschiff) entdecken.

Unterwegs haben wir einen anderen Deutschen getroffen: Herman the German. Dies war einer der 4 leistungsstärksten Titan-Schwimmkräne der Welt, der nach dem zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung erst in die USA und dann nach Panama ging.

Im Hostal sind wir wieder selbst für unser Wohl zugange, indem wir die Überbleibsel unseres Kühlschranks vertilgen.

Das Ziel ist erreicht: Panama City

Dienstag, 16.05.2017

Schon mal gut vorbereitet rollen wir die letzten 125km auf Panama City zu. Dabei haben wir noch keine Ahnung, wie es mit der Übernachtung wird. Als erstes fahren wir unsere Spedition an, wo wir unsere Unterlagen und auch noch einen Übernachtungstipp erhalten.

Brücke Las Américas

Das Hostal Amador Familiar erweist sich als Volltreffer, denn es gibt nicht nur klimatisierte Zimmer zum günstigen Preis von 38$ inklusive Frühstück, sondern auch einen Platz für UDO

und das in günstiger Nähe zur Altstadt und unseren weiteren Erledigungen. Hier können wir uns sortieren, einpacken und umziehen. Am ersten Nachmittag erkunden wir per Rad Amador, wo einige vorgelagerte Inseln am pazifischen Eingang zum Panamakanal vor nicht langer Zeit per Damm verbunden worden waren. Immer wieder verleiten uns besondere Ansichten der Brücke Las Américas und der Stadtsilhouette zum Fotostopp.

Beim Panamá Schriftzug brauchen wir zwei Anläufe für die Bilder bei leider schlechtem Wetter.

Da wir Panama City gesund und zufrieden erreicht haben, gönnen wir uns ein großes Eis und genießen es auf den Ufersteinen des Dammes.

Wir resümieren und freuen uns, diese große Tour ohne nennenswerte Probleme, aber mit viel Freude und auch besonderen Erkenntnissen absolviert zu haben.

Sei offen und freundlich und du erlebst Offenheit und Freundlichkeit.  

Am nächsten Morgen verschwenden wir drei Stunden unseres Lebens bei einer Fahrzeuginspektion.yell

Am Nachmittag setzt sich der bürokratische Irrsinn fort, denn nun müssen wir unsere Permisión von der Nationalen Polizei abholen. Natürlich hat man sich wieder einmal mit Nummern vertan und nach erneuter Wartezeit ist dann endlich alles OK.

Am Abend beginnen wir mit dem Endspurt: wir räumen und packen und schwitzen uns dabei die Seele aus dem Leib. Um ca. 20.00 Uhr ist alles geschafft - wir auch!laughing

Käse und Wiener, dazu noch ein Rum und ab ins Bett, welches nun in einem klimatisierten Zimmer steht. Sorry UDO! Du musst das erste Mal nach langer Zeit wieder alleine schlafen. 

Reif für die Berge

Sonntag, 14.05.2017

Nach zwei schweißgebadeten Nächten sind wir wieder reif für die Berge. Nach heftigen Regengüssen und folgendem Sonnenschein haben wir wirklich 99% relative Luftfeuchte in UDO. Alles „süffelt“, angeklebte Zierleisten im Frontbereich fallen ab. Da gibt es nur eins: auf in die Berge nach El Valle auf über 600m. Dieser Ausflugsort der Hauptstädter liegt im Becken eines riesigen, vor langer Zeit erloschenen Vulkankraters.

Nach steilem Aufstieg passieren wir die Kante und dann geht es hinab in den flachen Kraterboden. Das von Amerikanern geführte „Windmill Hostal“ will zwar 20$ pro Nacht mit Frühstück, aber wir haben das Gefühl, uns am Ende unserer Tour etwas gönnen zu müssen. Außerdem ist es eine schöne Anlage mit Pool und einem überdachten Barbecue Bereich.

Wir treffen einige junge Backpacker Ladys aus Deutschland, mit denen wir nett plaudern und unterm Palmendach geht der Abend bei Rum aus Guatemala zu Ende. Barbara freut sich diebisch auf das inklusive Frühstück.

Als wir dann am nächsten Morgen davor stehen, müssen wir erst einmal nachfragen, wo es denn sei, denn außer einer Packung Eier, Toastbrot und Kaffee ist nichts zu sehen. Das ist also das inkludierte Frühstück unserer amerikanischen Gastgeber. Nach dem Frühstück, das wir mit unserem Kühlschrankinhalt aufgebessert haben, schauen wir uns ein wenig per Rad im Ort um, sehen dabei einen Tukan und beschließen doch noch eine weitere Nacht am Ort zu bleiben.

Dies war unser Wegbegleiter für fast 2 Stunden.

Unser Vorteil ist, dass es in unserer Unterkunft einen Industriestaubsauger gibt und so hat UDO etwas davon und wir können unsere Kleidungsstücke Vakuum verpacken.

Wieder Pazifk

Samstag, 13.05.2017

Bei der Abfahrt hängen schon wieder dunkle Wolken bei 20°C um uns herum. Nun sind wir schon wieder soweit und freuen uns auf Sonne am Pazifik.cool Das ist das Schöne auch an Panama, die Abwechslung zu haben, wie man sie möchte.

Am Strand bei Las Lajas scheint dann  wirklich die Sonne, als uns Juliane aus Regensburg freundlich begrüßt und einweist. Schnell noch das „Mango-Fallobst“ als Mittag gegessen und hinein in die Fluten. Diese sind hier wieder moderat, aber auch etwas schaumig angebräunt von einem nahen Fluss, der die Regenmassen der letzten Tage einträgt, angeblich auch Krokodile.

Den nächsten Tag pflegen wir uns und unsere Wäsche und machen unsere Pläne für Panama Stadt.  

Mit Rum zu Dornröschen

Donnerstag, 11.05.2017

Auf den ersten Kilometern auf den Wegen in Panama liegt kurz vor David eine Rumfabrik, wo uns der Pförtner zwei Literflaschen des angeblich guten „Carta Vieja“ besorgt, denn offiziell ist kein Verkauf vor Ort.

In David ist es wie beim „Misthaufenfahren“: die Ausfahrt finden wir erst beim dritten Anlauf. In Boquete, einem Ort der einmal als einer der 5 besten Orte der Welt für Pensionäre erkoren wurde, finden wir beim Hostel Topás unsere Bleibe mit Strom und Internet. Ein Regenschauer geht während des Stadtspazierganges nieder, die Temperatur sinkt auf 22°C und alle mitgenommenen Sandfliegen kriegen so langsam das „Zittern“ und haben am  Abend hoffentlich keine Kraft mehr in ihren „Beißerchen“.

Es gibt Steffens Tunfischsalat und wir arbeiten den ganzen Abend in UDO am Blog. Das gelingt uns Dank des kleinen WIFI Verstärkers mit Antenne, der auch über 30-40m Distanz das Signal erstaunlich gut „heranholt“. Wo andere ihr „Heim“ verlassen müssen und sich nahe an den Sender setzen müssen, können wir gemütlich in UDO „unser Zeug“ machen.tongue-out Das Hostel gehört einem Deutschen und wenn man es so recht betrachtet, diesen Anblick des Anwesens hätten wir auch in Bayern oder Österreich sehen können. Was soll man auch denken, wenn das Haupthaus „Dornröschen“ heißt.

Am Freitag haben wir von Regen und Nässe genug und wieder Mut, uns den Sandfliegen am Pazifik zu stellen. Noch schnell den „Mi jardín es su jardín“ angesehen, wo ein Privatmann seinen schön angelegten und gepflegten Garten kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Wie schon auf dem Grundstück des Hostels Topás, finden wir auch hier die Blumen, von denen wir einige aus heimischen Gärten kennen. Gelbe Lilien, wie wir sie an unserem Reihenhaus im Bunten Weg hatten, Margriten, Löwenmaul und die einjährigen Pflanzen, wie Geranien. Nur die Bougainvillea und die Palmen machen den Unterschied.

 

Nachtrag zu Costa Rica

Mittwoch, 10.05.2017

Wir verlassen Costa Rica nur in einer Beziehung gern, nämlich, um den Sandfliegen zu entrinnen. Ansonsten war uns das Land mit seinen besonders freundlichen Menschen, der grünenden und blühenden Natur sehr angenehm. Auf kleinem Raum kann man sich in den Bergen beim Wandern oder diversen Outdoor Aktivitäten vergnügen oder am wenigen Kilometern entfernten Strand paradiesisch unter Palmen relaxen. Das Preisproblem haben wir gemeistert, indem wir unsere Vorräte in Nicaragua gut aufgestockt hatten.

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